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Wettbewerbsvorteile für Tierärzte durch Seminare und Vorträge Drucken E-Mail
Kundenbindung / -gewinnung, zusätzliche Einnahmen und Sensibilisierung der Patientenbesitzer sind nur einige, wenige Vorteile, die tierärztliche Veranstaltungen bieten können.
Ganz gleich, ob Sie auf Kundenwunsch, Einladung eines Vereins oder aus eigenem Antrieb einen Vortrag oder ein Seminar planen, es ist Ihre Leistung, an der Sie insgesamt gemessen werden. Damit Sie die positiven Effekte einer Veranstaltung für sich nutzen können, finden Sie nachfolgend einige Anregungen.

Ins Visier genommen: Die Zielgruppe

Die Zielgruppe sind die Teilnehmer. Diese geben vor, wie Sie Informationen vermitteln müssen. Zum Beispiel Fachsprache und inhaltlicher Tiefgang. Wenn Sie über Impfen von Haustieren sprechen, sind eine wissenschaftliche Ausdruckweise und ein entsprechender Tiefgang auf einem Tierärztekongress angemessen. Medizinische Laien würden Sie nur verwirren. Diese wollen wissen, ob sie ihrem Schützling alles Notwendige haben angedeihen lassen.

Bringen Sie so viel wie möglich über die Teilnehmer in Erfahrung. Zum Beispiel Bildungsstand, Vorbildung (ist vielleicht schon ein Vortrag zu diesem Thema gehalten worden), Alter und ggf. welche Tiere werden gehalten.
 
Natürlich ist es nicht immer möglich, alles über "seine" Teilnehmer zu erfahren. Sie können aber durch eine Anmeldung oder Befragen des Veranstalters (z.B. Verein oder Hundeschule) einige Informationen erlangen. Je mehr sie über die Zielgruppe wissen, desto gezielter ist die Vorbereitung möglich.

Als versierter Kursleiter können Sie zu Beginn der Veranstaltung die Teilnehmer nach Ihren Themenwünschen fragen. Das setzt allerdings ein hohes Maß an Flexibilität und Sachkenntnis voraus. Der Lohn: Sie wissen genau, was Ihre Zielgruppe wissen will.

Angepeilt: Das Veranstaltungsziel

Machen Sie sich Gedanken darüber, was genau Sie mit Ihrem Vortrag oder Seminar erreichen wollen. Ist Ihr Thema Impfen, wollen Sie sicher erreichen, dass die Patientenbesitzer regelmäßig den Impfschutz ihrer Tiere auffrischen lassen.

Bei Umfangreicheren Veranstaltungen kann es sinnvoll sein, Untereinheiten, so genannte Seminareinheiten, zu definieren. Beim Thema erste Hilfe könnten das zum Beispiel Vergiftungen, Bewusstlosigkeit und Wundversorgung sein. Für diese Seminareinheiten können Sie dann entsprechende Ziele festlegen. Beispielsweise Hemmungen vor der Reanimation abbauen.
 
Selbstverständlich hat dieses Seminar wiederum ein übergeordnetes Ziel: Laien zur Erstversorgung befähigen und ermutigen – Danach zum Tierarzt.
 
Wenn Sie Ihr Ziel klar definiert vor Augen haben, ist die Gefahr des Verzettelns oder Abschweifens deutlich minimiert.

Küsschen für die Teilnehmer: KISS

KISS steht für "keep it short and simple", also kurz und einfach. Vermeiden Sie beispielsweise Bandwurmsätze, bei denen kein Zuhörer am Ende mehr weiß, wie er angefangen hat. Auch Erklärungen in epischer Breite sind nur schwer aufnehmbar.

"Einfach" richtet nach der Zielgruppe. Hier bestimmen die Vorkenntnisse der Teilnehmer das Ausmaß Ihrer Formulierungen.
 
Um Missverständnissen vorzubeugen: KISS bedeutet nicht, dass Sie den Informationsgehalt Ihrer Veranstaltung der Prämisse "einfach und kurz" opfern sollen. Aber ein Pferdehalter muss nicht wissen welche hormonellen Einflüsse bei einer Kolik eine Rolle spielen. Für ihn ist wichtig, wie er sie vermeiden kann und wie er richtig mit dem Tierarzt kooperiert.

Wie sag' ich es meinen Teilnehmern

Menschen lernen auf unterschiedliche Weise. Vermutlich ist Ihnen das in Ihrer eigenen Ausbildung schon aufgefallen. Da gibt es diejenigen, die sich durch Zuhören einen Sachverhalt erschließen können. Andere müssen sich eventuell Skizzen oder Diagramme anfertigen, der nächste muss es ausprobieren und buchstäblich begreifen.

Versuchen Sie Ihre Teilnehmer auf unterschiedliche Weise anzusprechen. Arbeiten Sie möglichst anschaulich: Texte, Bilder, Vormachen und ganz wichtig: üben lassen (sofern möglich). Bei dieser Herausforderung unterstützen Sie unterschiedliche Medien, wie Flipchart, Moderatorenpinnwand, Beamer, Overheadprojektor und (selbst angefertigte) Modelle.
 
Wechselnde Medien sorgen für Abwechslung, neue Anreize und sprechen die Teilnehmer kognitiv unterschiedlich an. Aber Vorsicht: Schießen Sie kein Medienfeuerwerk ab nur um zu Zeigen, was alles "drin" ist – Denken Sie an das Veranstaltungsziel.

Diese Tipps werden Ihnen den Job erleichtern:
  • vom Einfachen zum Schweren vorarbeiten
  • vom Groben ins Detail gehen
  • Üben lassen, wann immer es möglich ist
  • mit Beispielen arbeiten
  • Zeit zum Nachdenken lassen
  • Folien:
    • große, schwarze Schrift
    • heller Hintergrund
    • leicht lesbar gestalten
    • nicht "voll stopfen"

Die Uhr tickt: Zeitplanung

Wie lange benötige ich wofür? Diese Frage sollte sich jeder Dozent im Rahmen seiner Planung stellen. Mit wachsender Routine werden Sie ein Gefühl für die benötigte Zeit entwickeln. Allerdings hilft immer ein Probeseminar. Machen Sie einen Testdurchlauf mit Ihrem Praxisteam oder Freunden. Sie werden feststellen, dass Sie wertvolle Informationen bekommen, die für den Feinschliff relevant sind.

Planen Sie Pausen ein. Als Faustformel gilt: Ein Erwachsener kann ca. 90 min am Stück zuhören bzw. konzentriert mitarbeiten.

Halten Sie einen Ablaufplan mit Zeitangaben schriftlich fest. So haben Sie in Ihrer Veranstaltung eine Orientierungshilfe: liegen Sie im Zeitplan, welche Themen kommen noch, wann ist die nächste Pause, etc.

Tipp: Lernen Sie das Lehren

In guten (Inhouse-) Seminaren und Coachings wird der Trainer auf Ihre individuellen Bedürfnisse eingehen und Ihren Stil fördern bzw. herausarbeiten. Achten Sie darauf, dass Sie keine 08/15-Verhaltensmaßregel "übergestülpt" bekommen.

 

Weiterer interessanter Link

Das deutsche Tierärzteblatt hat sich ebenfalls dem Thema Seminar- und Vortragsgestaltung gewidmet.
Hier können Sie den Artikel downloaden.

 

 
 
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